{"id":275,"date":"2017-10-07T19:53:36","date_gmt":"2017-10-07T17:53:36","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.hamburgerliteraturreisen.de\/?p=275"},"modified":"2017-10-07T20:00:43","modified_gmt":"2017-10-07T18:00:43","slug":"was-mich-an-gabi-fasziniert","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.hamburgerliteraturreisen.de\/?p=275","title":{"rendered":"Was mich an Gabi fasziniert"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich habe \u201eGabi\u201c pers\u00f6nlich gekannt. Zwei Jahre lang traf ich sie jede Woche, eigentlich zu einer Arbeitsbesprechung. Tats\u00e4chlich \u00fcbersch\u00fcttete sie mich mit Geschichten, alle selbst erlebt. Sie war eine gro\u00dfe Erz\u00e4hlerin.<\/p>\n<p>Ich sa\u00df da mit offenem Mund und konnte kaum glauben, was sie erz\u00e4hlte und mehr noch, wie sie erz\u00e4hlte. Von Ralf, der die Traumwohnung verw\u00fcstet und sie damit allein gelassen hat, von ihrem Ehemann, der die Kinder zu Hause einsperrte und davon, wie er sich aufgeh\u00e4ngt hat, unter sich Briefe ans ganze Dorf. An Verwandte und Bekannte, an den B\u00fcrgermeister und den Pastor und den Polizisten. Alle sollten sehen, wie Gabi ihren Mann behandelt hat.<\/p>\n<p>Ihre Geschichten balancieren zwischen Wirklichkeit und M\u00f6glichkeit. Je schmaler der Grat, desto mehr faszinieren sie mich.<\/p>\n<p>Die verw\u00fcstete Altbauwohnung, in die sie und ihre Erz\u00e4hlungen so gut hineinpassen, kenne ich aus einem anderen St\u00fcck Wirklichkeit, ebenso den Blumenmann, die m\u00e4nnliche Gegenfigur.<\/p>\n<p>Als Lutz hinzukam, ist ein St\u00fcck daraus geworden, weil er die Mumie erfand. Auch sie inszeniert das eigene Leben als Drama. Sie ist Gabis Publikum auf der B\u00fchne und unterst\u00fctzt sie als Co-Autorin und Regieassistentin.<\/p>\n<p>Auch sie erz\u00e4hlt abenteuerliche Geschichten aus ihrer Ehe mit dem Pharao, von der Begegnung mit Napoleon, von dem englischen Lord, der sie nach London entf\u00fchrte, und von dem kl\u00e4glichen Ende mit dem Kleinstadt-Apotheker in Bad Oldesloe.<\/p>\n<p>Dreieinhalb Jahrtausende Erfahrungs-Vorsprung verleihen nicht nur ihr mythologische W\u00fcrde; sie strahlen aus auf Gabi.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte die Geschichten sehr anders erz\u00e4hlen \u2013 von au\u00dfen. Zum Beispiel als sozialkritische Reportagen oder als Belege f\u00fcr weibliche Ohnmacht; aber im Scheinwerferlicht der Baulampen inszeniert sich Gabi als Star, nicht als Opfer.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-258 aligncenter\" src=\"http:\/\/blog.hamburgerliteraturreisen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/IMG_5213-fuer-Marion_300-300x296.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"296\" srcset=\"http:\/\/blog.hamburgerliteraturreisen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/IMG_5213-fuer-Marion_300-300x296.jpg 300w, http:\/\/blog.hamburgerliteraturreisen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/IMG_5213-fuer-Marion_300.jpg 567w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Saskia Junggeburth als <em>Gabi<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Ich habe \u201eGabi\u201c pers\u00f6nlich gekannt. Zwei Jahre lang traf ich sie jede Woche, eigentlich zu einer Arbeitsbesprechung. 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