{"id":272,"date":"2017-10-07T20:08:54","date_gmt":"2017-10-07T18:08:54","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.hamburgerliteraturreisen.de\/?p=272"},"modified":"2017-10-16T17:37:27","modified_gmt":"2017-10-16T15:37:27","slug":"lesedrama-und-prozess","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.hamburgerliteraturreisen.de\/?p=272","title":{"rendered":"Lesedrama und Prozess"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-81 aligncenter\" src=\"http:\/\/blog.hamburgerliteraturreisen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Poesielabor-Banner-2-300x111.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"111\" srcset=\"http:\/\/blog.hamburgerliteraturreisen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Poesielabor-Banner-2-300x111.png 300w, http:\/\/blog.hamburgerliteraturreisen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Poesielabor-Banner-2-768x284.png 768w, http:\/\/blog.hamburgerliteraturreisen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Poesielabor-Banner-2-1024x379.png 1024w, http:\/\/blog.hamburgerliteraturreisen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Poesielabor-Banner-2.png 1960w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Wir inszenieren unsere <em>Traumwohnung <\/em>als Lesedrama.<\/p>\n<p>Das Lesedrama ist eine eigene Form der szenischen Lesung. Zwei Autoren und eine Schauspielerin begegnen sich im Text, und bringen das Ergebnis auf die B\u00fchne.<\/p>\n<p>Die beiden Autoren werden mit den eigenen Figuren konfrontiert. Die Hauptperson Gabi verselbst\u00e4ndigt sich nach und nach. Ist sie noch die, die sie erfunden haben? Oder hat sie l\u00e4ngst das Ruder \u00fcbernommen und erz\u00e4hlt ihre eigene Geschichte? Auf die B\u00fchne kommt nicht nur das St\u00fcck, sondern die besondere Beziehung zwischen Dichter, Sprache und Figur. Haben wir uns das so gedacht? Nee\u2026<\/p>\n<p>Bei einem Probengespr\u00e4ch unterhielten wir uns dar\u00fcber, was das Besondere an einem <em>Lesedrama<\/em> ist.<\/p>\n<p>Lutz: F\u00fcr mich ist das Lesedrama eine Form zwischen Lesung und Theater. Das Reizvolle ist, dass ich als Autor mit auf der B\u00fchne sitze. So findet das Drama nicht nur zwischen den Figuren im St\u00fcck statt, sondern auch zwischen mir und dem, was die Schauspielerin mit unserer Figur anf\u00e4ngt, indem sie sie zu ihrer macht.<\/p>\n<p>Saskia: Meine Definition von Lesedrama ist, dass zwangsl\u00e4ufig ein Drama entstehen muss, wenn Autoren mit auf der B\u00fchne sind und sich die Figuren verselbst\u00e4ndigen.<\/p>\n<p>Lutz: N\u00f6, irgendwie nicht. Ich sitze eher staunend davor und bekomme mit, was du daraus machst.<\/p>\n<p>Mir gef\u00e4llt, wenn die Figuren sich verselbstst\u00e4ndigen. Ich finde es absolut sch\u00f6n. Das tun sie schon bei mir im Kopf, wenn ich einen Text lese, den ich geschrieben habe. Gerade wenn der abgelagert ist, erkenne ich die Personen oft nicht wieder. Manchmal frage ich mich, hast du das geschrieben? Das empfinde ich als angenehm.<\/p>\n<p>Saskia: Also ist das Lesedrama eigentlich eine Momentaufnahme: Hier der Autor und dort die Figuren an diesem Tag mit diesem Text.<\/p>\n<p>Lutz: Ich habe nicht die Vorstellung, ich h\u00e4tte ein \u201eWerk\u201c geschrieben. Der Prozess geht ja weiter. Ich denke nicht wie manche Autoren, die sagen: Das ist jetzt gedruckt, das ist fertig. Ich korrigiere immer weiter, schreibe um f\u00fcr die n\u00e4chste Lesung. Oft lese ich etwas anderes vor als das, was im gedruckten Buch steht.<\/p>\n<p>Im Grunde ist unser Lesedrama ein Ausschnitt aus unserem Produktionsprozess, der tendenziell unendlich ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir inszenieren unsere Traumwohnung als Lesedrama. Das Lesedrama ist eine eigene Form der szenischen Lesung. Zwei Autoren und eine Schauspielerin begegnen sich im Text, und bringen das Ergebnis auf die B\u00fchne. 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