{"id":247,"date":"2017-06-26T18:32:02","date_gmt":"2017-06-26T16:32:02","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.hamburgerliteraturreisen.de\/?p=247"},"modified":"2017-06-26T18:32:02","modified_gmt":"2017-06-26T16:32:02","slug":"es-muss-nicht-immer-alles-praktisch-sein","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.hamburgerliteraturreisen.de\/?p=247","title":{"rendered":"Es muss nicht immer alles praktisch sein"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-81 aligncenter\" src=\"http:\/\/blog.hamburgerliteraturreisen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Poesielabor-Banner-2-300x111.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"111\" srcset=\"http:\/\/blog.hamburgerliteraturreisen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Poesielabor-Banner-2-300x111.png 300w, http:\/\/blog.hamburgerliteraturreisen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Poesielabor-Banner-2-768x284.png 768w, http:\/\/blog.hamburgerliteraturreisen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Poesielabor-Banner-2-1024x379.png 1024w, http:\/\/blog.hamburgerliteraturreisen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Poesielabor-Banner-2.png 1960w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Gerade ist die aktuelle Evaluation meiner T\u00e4tigkeit bei der Volkshochschule eingetroffen. Einmal im Semester werden die Besucher gebeten, meine Kurse zu bewerten. Von \u201eFachkompetenz\u201c \u00fcber \u201eVerst\u00e4ndlichkeit\u201c bis zum \u201eUmgang mit der Gruppe\u201c ergab das im Durchschnitt eine 1. Danke.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist allerdings der Ausrei\u00dfer bei \u201eVerwendbarkeit im Beruf\u201c. Beim Literaturkurs 2,5, beim Theaterkurs sogar nur eine 3.<\/p>\n<p>Nun ist es sicher nicht falsch: Literatur und Theater sind in beruflicher wie privater Praxis meist nicht unmittelbar verwendbar. Ich denke, es ist das Beste an Literatur und Theater, dass sie unpraktisch, ja manchmal sinnlos sind.<\/p>\n<p>Verwendbar und n\u00fctzlich ist alles, was uns in der Praxis weiterhilft. Wir alle <em>m\u00fcssen<\/em> praktisch und verwendbar sein. Jede praktische T\u00e4tigkeit, ob in Beruf, Familie oder mit Freunden erfordert, dass wir uns auf sie einlassen. So bindet sie uns ein, sie bindet uns aber auch an. Und Praxis ist ja nicht Praxis, weil sie nicht anders sein k\u00f6nnte, sondern weil wir uns an sie gew\u00f6hnt haben.<\/p>\n<p>Literatur und Theater sind unpraktisch. Das ist ihre besondere Qualit\u00e4t. Sie f\u00fchren zu nichts. Stattdessen bieten sie unseren Wahrnehmungen, Gef\u00fchlen und Gedanken einen besonderen Spielraum. Wenn ich ein Gedicht oder einen Roman lese, muss ich nicht sofort entscheiden, was f\u00fcr einen Sinn sie haben. Im Gegenteil: \u201eDenn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und <em>er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt<\/em>.\u201c (F. Schiller: \u00dcber die \u00e4sthetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen)<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich kommen wir nicht wirklich raus aus der Praxis. Der \u00e4sthetisch spielende Mensch \u00f6ffnet sich der lebendigen Erfahrung, dass die Praxis anders sein k\u00f6nnte als sie ist. Er kann ihr zwar nicht entgehen, aber er muss sie nicht auch noch fraglos akzeptieren. Er kann sich Fragen stellen, etwa:<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnten Arbeit, Liebe, Bildung jenseits der bestehenden Verh\u00e4ltnisse bedeuten?<\/p>\n<p>Sogar f\u00fcr den Beruf oder das Beziehungsleben kann die Nutzlosigkeit ein Gewinn sein, denn sie schafft Abstand zu dem, was sich von selbst versteht. Und den brauchen wir alle. Immerzu.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade ist die aktuelle Evaluation meiner T\u00e4tigkeit bei der Volkshochschule eingetroffen. Einmal im Semester werden die Besucher gebeten, meine Kurse zu bewerten. Von \u201eFachkompetenz\u201c \u00fcber \u201eVerst\u00e4ndlichkeit\u201c bis zum \u201eUmgang mit der Gruppe\u201c ergab das im Durchschnitt eine 1. Danke. 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